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Gaiserwald surft noch schneller

09. Juli 2009

Bereits heute kann in Gaiserwald mit dem gemeindeeigenen Kabelnetz schneller im Internet gesurft werden als in einem durchschnittlichen Schweizer Haushalt. Bald soll es noch schneller gehen. Dazu wird das Glasfasernetz weiter aufgerüstet.

 

Corinne Allenspach

 

Noch schneller im Internet Informationen abrufen, noch schärfer fernsehen, noch günstiger telefonieren. Das wollen nicht nur die Gaiserwalder, das will die ganze Welt. Weil die bisher übliche Technik zur Datenübermittlung mit Kupferkabeln an Grenzen stösst, sind weltweit viele Städte daran, Glasfasernetze auf- und auszubauen. Denn Glasfaserkabel sind über 1000mal leistungsfähiger als Kupferkabel.

 

670 Internet-Abonnenten

Auch Gaiserwald setzt auf diese ultraschnelle Infrastruktur der Zukunft. Vor drei Jahren begann die Gemeinde mit Unterstützung von Elektroingenieur Eckart Schnarr, ein eigenes Kabelnetz für Fernsehen, Internet und Telefonie aufzubauen. Zu diesem Schritt hatte sich der Gemeinderat entschieden, weil die Cablecom angefangen hatte, immer mehr analoge Fernsehsender abzuschalten. Nach anfänglichen Modem-Schwierigkeiten läuft das Netz jetzt weitgehend einwandfrei. Mittlerweile wird in 3200 Gaiserwalder Haushalten übers gemeindeeigene Netz ferngesehen und Radio gehört, rund 670 surfen zudem übers eigene Kabelnetz.

 

Bald Glasfasern bis ins Haus

Das moderne gemeindeeigene Netz biete nicht nur eine ausserordentlich hohe Zahl an Fernseh- und Radiosendern, die Erstellungskosten betrügen auch weniger als die Hälfte von vergleichbaren Netzen. Dies stellte Professor Rolf Hofstetter von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur fest (Tagblatt vom 27. September 2008). Hofstetter leitete die Expertise, welche die Gemeinde für ihr «Projekt Kabelnetz» angefordert hatte.

 

In den nächsten Jahren soll das Netz mit Geld aus der Gemeindekasse weiter ausgebaut werden. Bis 2013 werden zunächst für rund 1,6 Millionen Franken alle Quartiere mit Glasfasern erschlossen. Das heisst, die aktuell 16 vorhandenen «Glasfaserstützpunkte» werden auf 200 Stück erhöht. Bis spätestens 2020 sollen alle Gaiserwalder Glasfaserkabel bis ins Haus erhalten.

Was mit dem Kabelnetz heute schon möglich ist und welche Entwicklungen geplant sind, darüber wurden kürzlich Fachleute von Firmen und Vertreter des Gemeinderats informiert. Eingeladen hatte Hanspeter Hardegger, Inhaber der HPHardegger AG. Die Engelburger Firma führt die Glasfaserkabel-Installationen in der Gemeinde durch und ist selber entsprechend fortschrittlich ausgerüstet: Mit Glasfasern nicht nur ins Haus, sondern bis zum Computer. Mit einer künftigen Datenübermittlung von 2500 Megabits pro Sekunde (Mbps) gehören die Angestellten der Firma Hardegger – darunter auch Dominik Süess, amtierender Schweizer Meister der Elektroinstallateure – zu den schnellsten Surfern der Welt.

 

Schneller als die Finnen

Aber auch im restlichen Gaiserwald geht's dank Projektleiter Eckart Schnarr rasanter zu und her als vielerorts. In der Gemeinde werden jetzt schon Übertragungsraten von mindestens 30 Mbps erzielt. Zum Vergleich: In der Schweiz beträgt die durchschnittliche Leistungsfähigkeit von Datennetzen nur gerade 2,3 Mbps, in Finnland 21, in Japan 64 Mbps.

 

HPHardegger

Hanspeter Hardegger von der gleichnamigen Engelburger Firma erklärt Gemeinderat Fritz Wüthrich (l.) die Möglichkeiten von Glasfaserkabeln. Bild: Ralph Ribi